Weather-Basic-Care -- D E M O
Blick aufs Wetter von Baden-Württemberg und Deutschland
Die Daten werden vom Deutschen Wetterdienst bereitgestellt.
Heute ist Samstag, 18. April 2026 - 06:57 Uhr
Synoptische Übersicht - Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 17.04.2026 um 10.30 UTC
Anfangs wechselhaft, teils kühl, an der Ostsee stürmisch. Ab Dienstag zunehmend Hochdruckeinfluss und langsam milder. Nachts verbreitet Frost in Bodennähe, im Bergland Luftfrost.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 24.04.2026
Zum Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Montag liegen wir auf der Südflanke eines kräftigen Höhenhochs über dem Nordmeer, mit dem ein nicht minder kräftiges und größräumiges nordeuropäisches Bodenhoch korrespondiert. Stromab befindet sich ein osteuropäischer Trog, der sich von dort stark positiv geneigt bzw. sogar zonal orientiert um das Höhenhoch windet und sich somit über Mitteleuropa hinweg bis zu den Britischen Inseln erstreckt. Darin eingebettet liegt über unseren Köpfen mindestens ein kleinräumiges Höhentief. Am Boden ist ein Tief über dem östlichen Mitteleuropa auszumachen, das Richtung Schwarzes Meer zieht. Die zugehörige Okklusion (ehemals mit einem Nordmeertief verbunden) verläuft anfangs über den Nordosten Deutschlands und kommt im Tagesverlauf bis zur Mitte mit zeitweiligem Regen voran. Rückseitig frischt der Nordostwind vorübergehend etwas auf, wobei an der Ostseeküste mit einzelnen stürmischen Böen zu rechnen ist. Das Temperaturniveau ist recht gedämpft mit T850er Werten von meist -4 bis 0 Grad, im äußersten Süden +2 Grad. Damit dürfte die 15-Grad-Marke wenn überhaupt wohl nur am Oberrhein und an der unteren Donau erreicht werden. Ob es im äußersten Süden für einzelne ("gelbe") Gewitter reicht, ist fraglich.
Am Dienstag bläht sich das Nordmeer-/Nordeuropahoch weiter auf. Die Front über der Mitte unseres Landes wird noch etwas in den Süden gedrückt, bröckelt aber zunehmend vor sich hin und löst sich im Tagesverlauf auf. Trotz alledem sind im Süden einzelne elektrische Entladungen im Bereich des Möglichen, die aber voraussichtlich keine markanten Begleiterscheinungen haben werden. In der teils wolkenfreien Nacht zum Mittwoch kann es nicht nur im Bergland, sondern auch örtlich im norddeutschen Tiefland leichten Luftfrost geben. Mit Frost in Bodennähe ist verbreitet zu rechnen.
Stromauf wölbt sich vorderseitig eines atlantischen Höhentiefs ein Rücken über Südwesteuropa auf, der am Mittwoch Tuchfühlung mit dem Höhenhoch über dem Nordmeer aufnimmt. Der zonale Troganteil über uns wird damit geteilt. Der westliche Teil wird dabei vom atlantischen Höhentief "geschluckt" und der östliche Teil - qausi das Residuum - zieht unter Abschwächung südwärts über Deutschland hinweg. Die Folge ist eine Omegastruktur, an der sich bis zum Ende der Mittelfrist im Großen und Ganzen nichts mehr ändert. Wir bleiben dabei zwischen Rücken und Osteuropatrog unter einer nördlichen Höhenströmung, sodass es mit dem Temperaturniveau nur sehr zögerlich wieder etwas bergauf geht.
In der erweiterten Mittelfrist kommt es zu einem markanten Trog- und damit auch Kaltluftvorstoß über Mitteleuropa. T850 sinkt in Deutschland verbreitet in den negativen Bereich, auf Rügen klopft gar die -8-Grad-Isotherme an. Bodennah überwiegt dabei weiterhin Hochdruckeinfluss.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des aktuellen 00-UTC-IFS-Laufs vom heutigen Freitag kann bis etwa Donnerstag als sehr gut bezeichnet werden. Während die beiden jüngsten Läufe auch noch am Freitag auf den sich im Wochenverlauf einstellenden Hochdruckeinfluss setzen, prognostizierte der gestrige 00-UTC-Lauf das Übergreifen eines Troges samt korrespondierendem Bodentief und schauerartigen Regenfällen.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Der Vergleich mit anderen Globalmodellen (ICON, GFS, UK10) stützt die beschriebene Entwicklung des IFS-Hauptlaufs im Wesentlichen. Demnach peilen alle genannten Modelle einen Übergang in eine Omegalage an, die mal mehr, mal weniger stark deformiert daherkommt. Was Position, Verlagerung und Wetteraktivität etwaiger Höhentiefs und Randtröge angeht, verfolgt jedes Modell naturgemäß seine eigene Lösung. Konsens ist dagegen, dass wir auf der kalten Seite dieser Struktur liegen und zumindest bodennah hoher Luftdruck vorherrscht. Ab Mittwoch werden in der Folge kaum noch Niederschläge prognostiziert.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen für verschiedene deutsche Städte zeigen bis einschließlich Mittwoch ein leicht ansteigendes Temperaturniveau bei gleichzeitig noch einigermaßen enger Bündelung der Ensemblemember. Der Hauptlauf liegt dabei am oberen Rand der Schar. Danach nimmt der Spread deutlich zu, sodass es für Freitag ein relativ gleichverteiltes Temperaturangebot (850 hPa) zwischen +10 Grad und -6 Grad gibt. Das gilt für weite Teile Deutschlands. Nur im Südosten ist der Spread nicht ganz so hoch und bewegt sich zwischen +5 und -5 Grad. Die beiden großen Fragen sind also wohl, wann der beschriebene Kaltlufteinbruch kommt und in wie weit er auch Deutschland erfasst. Niederschläge werden vor allem am Montag und Dienstag im Süden erwartet, danach sind die Signale insgesamt zwar nicht Null, aber doch recht spärlich gesät.
Das Clustering bietet für den Zeitraum von Mittwoch bis Freitag 0 UTC vier Gruppierung an, die allesamt auf Blocking beziehungsweise Atlantischer Rücken gepolt sind. Die Verteilung: C1 - 18 Member | C2 - 15 | C3 - 12 und C4 - 6. Haupt- und Kontrolllauf sind in Cluster 3 zu finden. Hauptunterscheidungsmerkmale sind im Detail in der unterschiedlichen Ausrichtung der Omegastruktur zu finden, die bei C2 und C3 über uns klar antizyklonal, bei C1 dagegen eher zyklonal gehalten ist. C4 hat als Außenseiterlösung die zyklonalste Variante mit großräumigen Höhentief über Deutschland im Angebot.
Auch für den Zeitraum von Samstag bis Montag 0 UTC (erweiterte Mittelfrist) liegen vier Cluster vor (C1 - 21, inkl. Haupt- und Kontrolllauf | C2 - 12 | C3 - 11 | C4 - 7), die ebenfalls meist ins Blocking- beziehungsweise Atlantischer-Rücken-Regime zugeordnet wurden. Nun wird ein bunter Mix aus verschiedenen Zirkulationsmuster angeboten, wobei nur C1 an der Omegastruktur festhält.
FAZIT: Nach wechselhaftem Wochenstart setzt sich schon ab Dienstag bei gedämpften Temperaturniveau von Norden her zunehmend Hochdruckeinfluss durch. In der zweiten Wochenhälfte nehmen die Unsicherheiten deutlich zu, vor allem was die Temperaturentwicklung angeht. Großartige Niederschläge sind dagegen wohl bis Ende der Woche nicht zu erwarten.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Abgesehen von einzelnen stürmischen Böen (Bft 8) aus Nordost an manchen Abschnitten der Ostsee sowie eventuell auch auf der ein oder anderen Nordseeinsel sind nach aktuellem Stand im mittelfristigen Zeitraum keine markanten Wettererscheinungen zu erwarten.
Erwähnenswert wäre noch die Gefahr vor örtlich leichtem Luftfrost im Bergland sowie in der Nacht zum Mittwoch auch im norddeutschen Tiefland. Mit Frost in Bodennähe ist in den teils wolkenfreien Nächten recht verbreitet zu rechnen.
Basis für Mittelfristvorhersage IFS(-EPS), ICON(-EPS), GFS, UK10, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl.Met. Tobias Reinartz